Offener Brief des Vereins RSB

Vom Verein zur Förderung der Regional-Stadt-Bahn (RSB) haben wir einen offenen Brief enthalten. Es geht dabei um das Projekt „Eisenbahn in den Berg“, um die Nutzung von Sonderzügen für den Reiseverkehr von Gästen in unsere Region und um einige Aspekte rund um die Pinzgauer Lokalbahn.

Beim Thema Eisenbahntunnel gibt der Verein zu bedenken, dass den Reisenden das schöne Panorama verborgen bleiben und die Erreichbarkeit der Stadt Zell am See massiv leiden wird. Der Verein empfiehlt, bei einem neu zu errichtenden Bahnhof darauf zu achten, dass ausreichend lange Bahnsteige für besonders lange Züge errichtet werden und dass die Pinzgauer Lokalbahn dann keinesfalls in Schüttdorf enden sollte, sondern unbedingt bis ins Zentrum geführt werden sollte.

Als GRÜBL sehen wir den Eisenbahntunnel als Jahrhundertchance, allerdings nur, wenn es wirklich zu einer verpflichtenden Errichtung eines Rettungsstollens für den bestehenden Straßentunnel kommen sollte. Der Verlust des Panoramas für die Reisenden ist in der Tat ein Nachteil, wird aber durch den enormen Gewinn eines freien Seeufers deutlich aufgewogen.

In allen anderen Punkten schließen wir uns der Meinung des RSB Vereins an: Wir sind für eine unbedingte Beibehaltung der Lokalbahnstrecke bis ins Zentrum von Zell am See, besser noch mit einer Endhaltestelle beim Krankenhaus. Realisieren ließe sich das auch aus unserer Sicht als Tram-Train-Option (LRT), wir treten auch für die Elektrifizierung der Lokalbahn ein, ebenso für einen Ast nach Kaprun und für die Weiterführung in Krimml bis zu den Wasserfällen.

Selbstverständlich ist uns der Einsatz von Touristenzügen im Sommer wie im Winter ein wichtiges Anliegen, wir wünschen uns dazu eine perfekte Transferverknüpfung und ein ausreichendes Angebot an Elektro Leihfahrzeugen vor Ort.

Felix Gottwald zum Protest gegen die Umfahrung

Foto Felix Gottwald

Felix Gottwald © Foto siehe Bildnachweise

Ich sehe den immerwährenden Reflex der zuständigen Politiker grundsätzlich sehr kritisch, dem erhöhten Verkehrsaufkommen durch den unaufhörlichen Ausbau von Straßen entgegenzuwirken! Der Hausverstand sagt uns, wo uns das hinführen wird!

Das Umfahrungsprojekt ist die eine Sache, die Art und Weise, wie mit den betroffenen Menschen – und wir alle sind davon betroffen! – umgegangen wird, zeigt einmal mehr, welche Interessen tatsächlich im Vordergrund stehen!

Erfolg um jeden Preis war nie zeitgemäß und wird es nie sein, und mehr Straßen sind nicht zwingend besser als weniger! Den Preis dafür bezahlen wir alle! Ich würde mir wünschen, dass in so heiklen Themen ein Austausch auf Augenhöhe gelebt wird und dass Lösungen gefunden werden, die Win-Win-Win-Situationen ermöglichen! Ich würde mir für den Pinzgau wünschen, dass die PinzgauerInnen und die Pinzgauer Politik mutig genug sind, Herausforderungen wie die aktuellen Verkehrsprobleme neu und wirklich zu lösen!

Protestkundgebung gegen die Umfahrung B168a

Irene Rieder bei Demo gegen B168a

Knapp 100 TeilnehmerInnen waren zur Protestkundgebung gegen die unsinnige Umfahrungsstraße in Schüttdorf gekommen. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Bürgerinitiative “Rettet das Zellermoos” unter der Leitung von Irene Rieder-Schroll. Wir bringen hier eine gekürzte Fassung der Rede Rieder-Schrolls vor den TeilnehmerInnen, die hauptsächlich aus dem Zellermoos kamen.

 

 

Liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieser Protestaktion!

Wir stehen hier vor einer Barrikade, die ungefähr so aussieht wie die Lärmschutzwand, die das Zellermoos von Schüttdorf abtrennen wird. Natürlich wird sie größer und kompakter sein!
Etwa hier soll die neue Straße, die eleganterweise als Entlastungsstraße bezeichnet wird, gebaut werden. Ich nenne sie aber eine BELASTUNGSSTRASSE.
Seit über zehn Jahren steht dieser Straßenbau wie ein Damoklesschwert über den Bewohnerinnen und Bewohnern des Zellermooses. Seit zehn Jahren haben wir alles Menschenmögliche unternommen, um den Bau dieser Belastungsstraße zu verhindern. Wir haben versucht, uns bei den verantwortlichen Politikern Gehör zu verschaffen. Wir haben Unterschriften gegen diese Belastungsstraße gesammelt. Wir haben zahlreiche Vorschläge unterbreitet, wie man den Verkehr verflüssigen könnte. Nicht nur wir, sondern sogar Touristen, die nur ein paar Tage im Jahr hier ihren Urlaub verbringen, haben den Verantwortlichen im Land Vorschläge unterbreitet und haben darauf hingewiesen, dass diese neue Straße nur zu weiteren Belastungen führen wird.

Es ist einfach unglaublich, mit welcher Ignoranz und Oberflächlichkeit alle Bedenken der Menschen, die sich damit befasst haben, einfach vom Tisch gewischt werden!

Die Straße wird uns im Zellermoos belasten mit Verkehrslärm, mit Feinstaub, aber auch, weil wir dann nicht mehr nur sechs Meter über die Straße gehen können, um zu allen wichtigen Versorgungseinrichtungen, seien es Geschäfte, Bushaltestellen, Zughaltestellen, Schulen, Kindergärten, Ämter usw. zu kommen, sondern wir müssen zu Fuß oder mit dem Rad sehr lange Umwege in Kauf nehmen und mit dem Auto fahren wir dann fast zwei Kilometer, um z B. zum Hofer Markt oder zur Apotheke zu kommen.

Der Bau der Straße kostet 20 Millionen Euro, das ist ziemlich viel Geld für eine 1,3 km lange Straße. Zahlreiche Beispiele von Straßenbauten in Österreich belegen, dass es bei derartig hohen Baukosten eigentlich eine Verkehrsentlastung von 80% geben muss.
Es werden 40.000 m² Boden für immer versiegelt. Es werden zwei zusätzliche Kreisverkehre gebaut, einer auf der B311 ca. 80 Meter vor dem Kreisverkehr Lutz und der andere auf der B168, dort oben, vor dem Baumarkt Ebster.

Wenn man sich die Pläne aber genauer anschaut, dann erkennt man, dass es bei der neuen Belastungsstraße nur um eines geht, nämlich um eine möglichst ungehinderte und kreuzungsfreie Zufahrt in das neue Gewerbegebiet und zum Flugplatz.

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